Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Die Gesamtschule Waldbröl ist seit vielen Jahren aktiver Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ — dem größten Schulnetzwerk Deutschlands gegen Diskriminierung. Die schulinterne AG unter Leitung von Nina Heinrichs organisiert regelmäßig Aktionen, Projekttage und Gedenkveranstaltungen und arbeitet dabei eng mit der Schülervertretung zusammen.
Was bedeutet der Titel?
Schulen, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen, verpflichten sich, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen und regelmäßig eigene Projekte dazu durchzuführen. Die Gesamtschule Waldbröl lebt diese Selbstverpflichtung mit einer ganzen Reihe wiederkehrender und einmaliger Aktionen — von stillen Gedenkmomenten bis zu Aktionen, die die ganze Schulgemeinschaft auf dem Schulhof versammeln.
Höhepunkt: Der Margot-Friedländer-Preis
Der bisher größte Erfolg der AG: Für das Projekt „Von Mäusen und Katzen – Antisemitismus in und um Waldbröl“ — eine Projektgruppe unter Leitung von Manuela Michel, entstanden aus der Lektüre von Art Spiegelmans Graphic Novel „Maus“ im 9. Jahrgang und einer eigenen Recherche zur Geschichte der jüdischen Familien Elias, Salomon und Bettelheiser in Waldbröl — wurden Schüler:innen der Gesamtschule 2023 von der Schwarzkopf-Stiftung mit dem Margot-Friedländer-Preis ausgezeichnet. Fünf Vertreter:innen der Projektgruppe erhielten die Auszeichnung in Berlin persönlich von der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas überreicht. Wenige Monate später kam es zu einem Gegenbesuch: Bärbel Bas reiste eigens nach Waldbröl, um sich die entstandene Wanderausstellung persönlich anzusehen.
Blitzlichter aus einem Jahrzehnt Engagement
- 2016: Zusammen mit der Caritas entsteht die Ausstellung „Neue Nachbarn“ über die Biographien geflüchteter Menschen.
- 2018: Die SV wirkt bei der ersten Stolpersteinverlegung in Waldbröl mit, bei der Künstler Gunter Demnig persönlich die ersten Steine für die Familien Elias und Salomon verlegt.
- 2018: Nach den rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz beteiligt sich die ganze Schule an einer Fensterdemo „WIRSINDMEHR“.
- 2019: Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle formt die Schülerschaft eine Kerze als Zeichen der Hoffnung auf dem Schulhof.
- 2019: Für einen Poetry-Slam und eine digitale Anne-Frank-Schnitzeljagd erhält eine Schülergruppe den Jugendkulturpreis „Aufstehen gegen Antisemitismus“.
- 2020: Schüler:innen der Oberstufe setzen mit einer Black-Lives-Matter-Aktion ein Zeichen gegen Rassismus.
- 2022: Zum Weltknuddeltag erstrahlen die Fensterfronten von Gesamtschule und Hollenberg-Gymnasium gemeinsam in Regenbogenfarben.
- 2022: Nach Kriegsausbruch in der Ukraine stellt sich die Schulgemeinde zu einem Peace-Zeichen auf und schreibt Friedensbotschaften an einen Nachbau der Waldbröler Friedensmauer.
- 2023: Angesichts des Kriegsausbruchs im Nahen Osten bildet die neu gegründete Gruppe „No Limits!“ auf dem Schulhof eine lebendige Friedenstaube.
- 2023: Zum Gedenktag der Novemberpogrome reinigt das SV-Kernteam die Stolpersteine der Familien Elias und Salomon und legt weiße Rosen nieder.
- 2024: Der Friedensmauer-Schriftzug „Nie wieder Krieg“ wird jahrgangsübergreifend erneuert — eine Idee der Klassenpat:innen der 5c.
- 2024: In der Kaiserstraße werden drei neue Stolpersteine für die Familie Bettelheiser verlegt, begleitet von einer bewegenden Schülerinnen-Rede.
- 2025: Rund 250 Schüler:innen aller Jahrgänge bilden auf dem Schulhof den Schriftzug „SEI EIN MENSCH!“, fotografiert per Drohne.
- 2025: Bei der Aktion „Kleine Schritte für den Frieden“ übergibt Johannes Heibel („Weg der Weißen Fahne“) der Klasse 6c die Weiße Friedensfahne, rund 300 Schüler:innen versammeln sich anschließend auf dem Schulhof.
- 2026: Erstmals arbeiten alle Jahrgänge von 5 bis 12 parallel am Projekttag „Erinnern. Verstehen. Handeln.“ — mit Theater, Ausstellungsbesuchen und dem Reinigen von Stolpersteinen vor Ort.
