Lernzeiten
Lernzeiten sind strukturierte, selbstorganisierte Arbeitsphasen, die fest im Stundenplan verankert sind. Schüler:innen nutzen sie, um Aufgaben aus dem Fachunterricht zu bearbeiten, Wissenslücken zu schließen oder Projekte voranzutreiben — begleitet von Lehrkräften. Eingeführt im Schuljahr 2020/2021, ist das Lernzeitenkonzept seitdem in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch etabliert und wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Das Konzept
Im 60-Minuten-Rhythmus der Gesamtschule Waldbröl wechseln sich Unterrichtsstunden und Lernzeiten ab. Diese Struktur stärkt Selbstorganisation, Planungskompetenz und Eigenverantwortung. Schüler:innen lernen früh, ihre Zeit einzuteilen und zielgerichtet zu arbeiten.
Ablauf einer Lernzeit
Jede Lernzeit folgt einer festen Phasenstruktur, die Orientierung gibt und gleichzeitig Freiraum lässt:
- Ankunftsphase: ein ritualisierter Einstieg, der den fachlichen Fokus schärft und auf das Stundenziel einstimmt.
- Selbstorganisation: Auf Basis differenzierter, kompetenzorientierter Kann-Listen legen die Schüler:innen ihre individuellen Lernziele fest und planen ihren Arbeitsprozess sowie die benötigten Materialien selbst.
- Arbeitsphase: Je nach erreichter Verantwortungsstufe (siehe unten) wählen die Schüler:innen Lernort und Sozialform selbst. Unterstützung gibt es bei Bedarf durch die Lehrkraft, über Hilfskarten oder durch Mitschüler:innen — gearbeitet wird mit bis zu drei-, in Einzelfällen vierfach differenziertem Material.
- Reflexion im Logbuch: Zum Abschluss dokumentieren die Schüler:innen ihren Lernzuwachs und planen die nächsten Schritte — nachvollziehbar für sie selbst, für die Lehrkräfte und für die Eltern.
Vier Verantwortungsstufen: Hafen, Küste, Meer, Welt
Mit wachsender Eigenverantwortung erhalten Schüler:innen in den Lernzeiten schrittweise mehr Freiheiten. Der Aufstieg in eine höhere Stufe ist an ein Bewerbungsverfahren geknüpft, bei dem die Übernahme von Verantwortung im Mittelpunkt steht:
- Hafen: enge Begleitung, feste Bindung an Klassenraum und Lehrkraft.
- Küste: freie Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb des Klassenraums.
- Meer: Schüler:innen entscheiden selbst, ob sie in weiteren Räumen kooperativ arbeiten oder Aufgaben aus einem anderen Fach vorziehen.
- Welt: freier Wechsel zwischen verschiedenen Lernorten im Gebäude, etwa den offenen Flurbereichen, sowie Teilnahme an Experten-Workshops anderer Lehrkräfte.
Rückmeldung und Unterstützung
Digitale Lernstandsabfragen („Checkys“) geben Lehrkräften am Ende jedes Kapitels einen genauen Überblick über den Lernstand der einzelnen Schüler:innen, sodass gezielt gefördert oder gefordert werden kann. Klassenarbeitstermine werden, wo möglich, flexibel gestaltet, damit unterschiedliche Lerntempi berücksichtigt werden. Ergänzend unterstützen in Tablet-Klassen des 7. Jahrgangs (ein elternfinanziertes Pilotprojekt) digitale Endgeräte die Lernzeiten — etwa beim Recherchieren, Visualisieren und Dokumentieren des eigenen Lernprozesses. → Mehr zur Digitalisierung an der Gesamtschule Waldbröl
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